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Polkörperdiagnostik
Polkörperchen sind Abschnürungen aus dem Zellmaterial der Eizelle. Sie enthalten Kopien des Erbgutes, sind aber für die Weiterentwicklung der befruchteten Eizelle nicht notwendig. Durch die Polkörperdiagnostik kann die Qualität der Eizelle beurteilt werden.
Die Polkörperchen werden der befruchteten Eizelle entnommen. Nach Fixierung und Vorbereitung wird mit Hilfe „genetischer Sonden (FISH)“ eine Markierung von fünf ausgewählten wichtigen Erbanlagen (Chromosomen) durchgeführt. Durch Polkörperdiagnostik besteht die Möglichkeit, diejenigen Eizellen nach Befruchtung auszuwählen, bei denen eine normale Weiterentwicklung anzunehmen ist.
Damit wird die Wahrscheinlichkeit der Einnistung der Embryonen erhöht und das Risiko einer Fehlgeburt vermindert.
Die neue, sehr aufwändige Polkörperdiagnostik ist in Deutschland legal. Sie wird vorgenommen, bevor die Zellkerne von Ei- und Samenzellen verschmelzen.
Ein Nachteil der Polkörperdiagnostik ist, dass nur der mütterliche Beitrag zum Erbgut des Embryos beurteilbar ist. Die Mehrzahl der Chromosomen-Fehlverteilungen ist auf Fehler während der Eizellreifung zurückzuführen. Weiterhin muss auf die Möglichkeit der Beschädigung der Eizelle und damit auf deren Verlust hingewiesen werden. Durch die Polkörperdiagnostik können Polkörperchen verloren gehen, so dass keine auswertbaren Ergebnisse der Chromosomen- Untersuchung zustande kommen.
Man kann nach dem jetzigen Erkenntnisstand davon ausgehen, dass die Polkörperdiagnostik keinen negativen Effekt auf die künftige Entwicklung des Embryos hat. Zur Zeit können wir fünf sehr wichtige, keinesfalls jedoch alle Chromosomen untersuchen, so dass damit genetische Risiken reduziert, aber nicht völlig ausgeschlossen sind.
Die Vorteile der Polkörperdiagnostik sind besonders bei Frauen über 35 Jahren zu erwarten. Es ist bekannt, dass altersbedingt die Zahl der Chromosomen-Fehlverteilung ansteigt. Ebenso erwarten wir einen deutlichen Vorteil bei den Patientinnen, die nach wiederholten IVF/ICSI-Versuchen nicht schwanger wurden, oder aber Schwangerschaften durch Aborte verloren haben. In den vorgenannten Fällen können auch bei jüngeren Frauen Chromosomenauffälligkeiten der Eizelle vorliegen. Durch die Anwendung der Polkörperdiagnostik wird eine verbesserte Auswahl hochwertiger Eizellen erreicht.
