Wir möchten Sie an dieser Stelle noch einmal daran erinnern, dass bei einem gesunden Paar die Schwangerschaftsrate nicht höher als 20 bis 30 Prozent pro Zyklus liegt.
Gründe hierfür können sein, ein ausbleibender Eisprung, oder aber es kommt zum Eisprung, aber die Eizelle ist nicht richtig ausgereift. Ferner weiß man heute, dass viele Schwangerschaften früh enden, noch bevor sie festgestellt wurden. Die Ursache dafür ist in den komplizierten Mechanismen zu suchen, die bei der Entstehung neuen Lebens ablaufen. Manchmal kommt es zu Störungen bei den ersten Teilungen einer befruchteten Eizelle, oder diese kann sich nicht in die Gebärmutterschleimhaut einnisten.
Aus diesem Grund empfehlen wir, je nach Schwere der Fruchtbarkeitsstörung und dem Alter der Frau, zwei bis drei befruchtete Eizellen pro Transfer zu übertragen. Deshalb regen wir über eine hormonelle Stimulation immer mehrere Follikel zum Wachstum an. Dies erhöht Ihre Chancen auf eine Schwangerschaft.
Die hormonelle Stimulation kann zu einer
deutlichen Überfunktion der Eierstöcke
führen. Man nennt dies Ovarielles Hyperstimulationssyndrom
(OHSS). Im Bauchraum
kann sich Flüssigkeit ansammeln, die zu
Leibschmerzen führt. Bei zunehmenden Leibschmerzen melden Sie sich bitte unbedingt
in der Sprechstunde. In ganz seltenen
Fällen kann zur besseren Überwachung und
Behandlung ein Krankenhausaufenthalt
notwendig werden. Durch regelmäßige Kontrolle
der Therapie kann das Risiko für ein
OHSS auf 1 bis 2% vermindert werden. Hier
ist Ihre aktive Mitarbeit gefordert, indem
Sie die vorgeschriebenen Untersuchungstermine
genau einhalten.
vergrößern
Ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS)
Gut zu wissen: Nach heutiger Kenntnis bergen die verabreichten Hormone keine Gefahr, das Krebsrisiko zu erhöhen.
Da bei der In-vitro-Fertilisation bis zu
drei befruchtete Eizellen übertragen werden,
ist die Wahrscheinlichkeit auf eine
Mehrlingsschwangerschaft erhöht. In 20 bis
25% werden Zwillinge geboren; bei ca. 3%
der IVF-Zyklen kommen Drillinge zur Welt.
vergrößern
Embryotransfer
Wie bei jeder Schwangerschaft, kann es auch nach einer IVF-Behandlung zu Eileiterschwangerschaften kommen. Der Grund ist, dass Embryonen wandern können. Selbst wenn sie also in die Gebärmutter eingesetzt wurden, können sie sich im Eileiter einnisten. Bei regelmäßiger Kontrolle kann dies jedoch frühzeitig erkannt und sofort behandelt werden.
Rund 8 bis 10% aller Schwangerschaften enden in einer Fehlgeburt. Bei der In-vitro- Fertilisation ist dieses Risiko leicht erhöht auf etwa 15%. Dies liegt am höheren Durchschnittsalter der IVF-Schwangeren im Vergleich zu „normalen“ Schwangeren. Das Risiko einer Fehlgeburt steigt nämlich mit dem Lebensalter an.
Gibt es denn Risiken für das Kind?
Hier ist zu bedenken, dass das Risiko einer Fehlbildung bei „normalen“ Schwangerschaften in Deutschland zwischen 2 und 7% liegt, je nachdem, wie gründlich man die Kinder untersucht. Dieses Risiko ist bei einer IVF-Schwangerschaft weder höher noch niedriger.
Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die Fehlbildungsrate durch die Anwendung der ICSI-Technik nicht erhöht ist. Es ist jedoch festzustellen, dass ein erhöhtes Risiko für angeborene Störungen oder Erkrankungen durch die Voraussetzungen, die das Paar selbst mitbringt, möglich ist. Seit kurzem weiß man, dass bei 3-5% der Männer mit schwerer Fruchtbarkeitsstörung bestimmte Erbfaktoren dafür verantwortlich sind. Wenn diesen Männern mit Hilfe von ICSI zu einem Kind verholfen wird, so besteht hier die Möglichkeit, dass männliche Nachkommen ebenfalls Fruchtbarkeitsstörungen haben werden, ansonsten aber gesund sind.
Darüber hinaus weiß man, dass bei 1-2% der unfruchtbaren Männer zusätzlich ein Erbfaktor für eine schwere Stoffwechselstörung, die Mukoviszidose vorliegt. Je nach genetischem Zustand bei der Partnerin besteht bei einem solchen Paar ein gewisses Risiko, dass ein durch ICSI gezeugtes Kind ebenfalls diesen Erbfaktor trägt. Aus diesem Grunde empfiehlt sich vor Durchführung dieser Maßnahme eine genetische Beratung und – sofern hier Auffälligkeiten erkannt werden – vorab eine Untersuchung der Erbanlagen, um diese seltene Wahrscheinlichkeit auszuschließen.
Grundsätzlich kann man aber sagen, dass bei den meisten Paaren, die ICSI in Anspruch nehmen wollen, keine genetischen Ursachen für die Fertilitätsstörung vorliegen und daher, nach derzeitigem Erkenntnisstand, auch kein erhöhtes Risiko besteht.
Die Erfolgsaussichten auf eine Schwangerschaft liegen bei der einfachen hormonellen Stimulation in Verbindung mit der Insemination zwischen 15 und 20% pro Zyklus. Wie am Anfang erwähnt, kann nach mehreren Behandlungszyklen bei etwa 70% der Paare eine Schwangerschaft erzielt werden. Allerdings muss man berücksichtigen, dass mit dieser Methode nur leichte Formen der Fruchtbarkeitsstörung behandelt werden können, die daher eine höhere Chance auf Erfolg haben.
Bei der In-vitro-Fertilisation betragen die Erfolgschancen auf eine Schwangerschaft rund 25%, d.h. etwa jeder vierte Transfer führt zu einer Schwangerschaft. Die Schwangerschaftsrate nach ICSI liegt sogar mit 30% etwas höher als nach IVF. Hierfür gibt es zwei mögliche Erklärungen. Zum einen sind Frauen, bei denen wegen einer Fruchtbarkeitsstörung des Mannes diese Methode angewandt wird, im Durchschnitt etwas jünger, als die Frauen mit IVF. Zum anderen erhöht sich durch die ICSI-Methode die Chance auf Befruchtung der Eizellen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Schwangerschaft kommt, kann durch mehrere Behandlungszyklen erhöht werden: Nach vier Behandlungszyklen liegt die Chance auf eine Schwangerschaft, wir nennen dies kumulative Schwangerschaftsrate, bei etwa 50 bis 60%.
